Nordargentinien

Nordargentinien

Nach einem kurzen Abstecher in tropische Wetterlagen, fliegen wir nach Salta und landen wieder in einer komplett anderen klimatischen Umgebung. Hier ist es untertags heiß und trocken (bis zu 25 Grad) während es in der Nacht abkühlt (ca. 0 Grad). Salta liegt in den Anden und ist mit einer Höhe von 1100 Meter über dem Meeresspiegel unser Ausgangspunkt, um uns langsam bis auf circa 4350 Höhenmeter vorzuarbeiten (auf argentinischer Seite, in Bolivien wird es noch etwas höher werden).

Da wir beschlossen haben Nordargentinien wie auch Bolivien und Peru nur noch punktuell zu bereisen, um mehr Zeit für Kolumbien zu haben, besuchen wir direkt am Tag nach unserer Ankunft in Salta die “Quebrada de las Conchas” mit einer geführten Tour. Die Conchas bezeichnet eine Schlucht südlich von Salta, die in der mittleren Kreidezeit entstanden ist und durch Erosion interessante Felsformationen geschaffen hat. Wir durchqueren die Schlucht und unser Fahrer hält dabei immer wieder an, damit wir Fotos machen können. Wir sind wieder einmal überrascht und beeindruckt wie vielfältig Argentinien ist. Die Umgebung im Nordwesten unterscheidet sich komplett von den Gegenden, die wir bisher kennengelernt haben.

Wir besuchen außerdem ein Weinanbaugebiet/ Bodega bei Cafayate und dürfen den Torrontes (Weißwein) und den weltweit bekannten Malbec (Rotwein) probieren. Bereits in Buenos Aires ist uns aufgefallen, dass die Argentinier fast ausnahmslos den Malbec trinken und das können wir nachvollziehen (Kaufempfehlung 😀).

Am nächsten Tag schlendern wir durch Salta. Auf Grund der spanischen Kolonialarchitektur trägt die Stadt den Beinamen “La Linda” – die Schöne. Wir probieren die angeblich besten Empanadas in Argentinien und einen Submarino – heiße Milch mit einem geschmolzenen Schokoriegel. Eigentlich wollten wir in Salta das archäologische Museum besuchen und mehr über die Kultur und Geschichte dieser Gegend erfahren. Hier macht uns allerdings der Inlandstourismus zu Ostern einen Strich durch die Rechnung, da man das Museum an Ostersonntag nur mit gebuchtem Ticket besuchen kann. Was wir natürlich nicht haben.

Wir fahren noch am selben Nachmittag weiter nach Tilcara (2500 Höhenmeter) wo wir Marion und Nico, das französische Paar mit denen wir gemeinsam in Bariloche gereist sind, wieder treffen. Wir besuchen am nächsten Tag gemeinsam Purmacara. Die Stadt ist bekannt für den Cerro de los Siete Colores (Hügel der sieben Farben), einer zerklüfteten Gesteinsformation, die in den verschiedensten Rot-, Braun- und Orangtönen leuchtet.

Merci beaucoup Marion et Nico pour votre compagnie, les discussions sur le passage de frontière à venir et les tuyaux culinaires 🙂 Profitez-bien de votre poursuite de voyage et à la prochaine 😀

Für unseren letzten Tag in Nordargentinien haben wir uns vorgenommen das UNESCO Weltkulturerbe “Serranía de Hornocal” zu besuchen. Da die Bergkette mit ihren 14 Farben erst am Nachmittag richtig durch die Sonne beleuchtet wird, starten wir den Tag mit einer kleinen Wanderung in der “Quebrada de las Señoritas” (3000 Höhenmeter).

Auf dem Rückweg beschließen wir eine Abzweigung zu nehmen und ein bisschen tiefer in die Schlucht zu laufen. Für diese kleinen Umweg werden wir mehr als entlohnt:

Der Ausgangspunkt für die “Serranía de Hornocal” ist die Stadt Humahuaca auf 3000 Höhenmeter. Von dort nehmen wir ein Taxi, dass uns zum Aussichtspunkt auf 4350 Höhenmeter bringt. Der vertikale Farbverlauf der Sedimentschichten ist vor 40-115 Millionen Jahren entstanden. Wieder einmal stehen wir staunend vor einem einmaligen Naturschauspiel und sind beeindruckt und dankbar.

Am Aussichtspunkt führt ein Weg einige Meter nach unten zu einem weiteren Viewpoint. Für den kurzen Rückweg brauchen wir 15 Minuten und müssen 4 Mal pausieren, da uns das Herz bis zum Hals schlägt und unsere Körper ganz deutlich mit der Höhe und dem geringeren Sauerstoffgehalt in der Luft zu kämpfen haben (Schwindel, Kurzatmigkeit, leichte Kopfschmerzen). Gut dass wir die Zeit haben uns langsam an die Höhe zu gewöhnen.

Merci beaucoup Françoise et Bernard pour ce fabuleux cadeau de Noël qui nous a donné l’idée de visiter cet endroit spectaculaire.

Was es sonst noch zu berichten gibt:

  • Zu Ostern werden in den Städten und Dörfern Situationen aus der Bibel in Form von Bildern, die aus Blumen, Steinen und sonstigen natürlichen Materialen hergestellt werden, aufgestellt.
  • Das regionale Essen ist lecker und auch in vegetarischen Varianten verfügbar. (Tortillas – Weizenfladen mit Füllung z.B Käse, Tomaten, Basilikum; Humita = gedämpften Maisbrei, der in Maisbkättern gekocht wird ; Api = Heißgetränk aus gemahlenem Reis mit Zimt und Nelken)

Unsere Erfahrungen in Argentinien:

Vor unserer Abreise hatten wir uns nur mit dem patagonischen Teil Argentiniens beschäftigt und sonst keinen richtigen Plan und damit auch wenig Erwartungen an das Land. Wir haben uns von Anfang an wohl gefühlt und waren insbesondere von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Argentinier und Argentinerinnen positiv überrascht. Durch die Jam-Sessions, Tango-Veranstaltungen, die netten Kontakte mit den Menschen und das gute, regionale Essen hatten wir das Gefühl etwas von der Kultur Argentiniens erleben zu können. Die landschaftliche Vielfalt von spektakulären Bergen und Gletschern in Patagonien über die malerische Seen-Region, die mächtigen Igazu Wasserfällen in den Tropen bis hin zu den trockenen und kargen Hochplateau-Ebenen im Norden haben uns immer wieder aufs Neue überrascht und begeistert. Wir sind sehr froh, dass wir mehr als 5 Wochen Zeit hatten Argentinien zu besuchen und verlassen das Land schweren Herzens aber freuen uns nun auch darauf was uns in Bolivien erwartet.

5 responses to “Nordargentinien”

  1. Super de vous savoir heureux !
    Découvrir cette immense variété des beautés de la Nature, côtoyer des gens et des habitudes de vie différentes des nôtres, tout cela ouvre grand la fenêtre de nos esprits, modifie la perception de nos propres vies et sans doute aussi, le sens que l’on donne et que l’on veut donner à nos vies.
    Bonnes prochaines découvertes !

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