Peru in 2 Wochen

Peru in 2 Wochen

Titicacasee

Nach nur 6 Tagen verlassen wir Bolivien bereits wieder, um die peruanische Seite des Titicacasees zu besuchen. Wir haben den Tipp bekommen nicht im touristischen Puno zu bleiben, sondern noch 1,5 Stunden weiter auf die Halbinsel Llachon zu fahren. Der Weg zu unserer Gastgeberin Maritza ist vielversprechend, da wir die einzigen Europäer im Bus sind (Das passiert uns im touristischen Peru sonst nicht mehr). Wir verbringen zwei Tage in Llachon und werden von Maritza und ihrer Familie köstlich bekocht. Wir hatten bereits gehört, dass das Essen in Peru ausgezeichnet ist, aber so eine Bandbreite an guten Gerichten hatten wir nicht erwartet (Quinoa- und Gemüsesuppen, frisches Gemüse, gebratener Käse, frischer Kräutertee aus dem Garten, Pancakes, ….). Maritza zeigt uns auch die traditionelle Webtechnick …

… und organisiert einen Ausflug zu den schwimmenden Inseln der Urus für uns. Auf den Schilfgrasinseln leben 4-5 Familien zusammen. Vor Puno gibt es bis zu 250 solcher Inseln, die aber nicht mehr bewohnt sind, sondern nur zu touristischen Zwecken betrieben werden. Wir haben das Glück und besuchen eine Insel, auf der die Familien tatsächlich noch wohnen.  Die Inseln bestehen aus einem “Schilf- / Grasteppich” der regelmäßig erneuert werden muss. Eine Insel hält bis zu 30 Jahre bis die Familien eine neue bauen müssen.

Der Titicacasee liegt auf 3810 Metern über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstgelegene schiffbare See der Welt; 13 Mal größer als der Bodensee; 165 Kilometer lang und 60 Kilometer breit. Wir kommen auch zum ersten Mal mit der Sprache der Quechua in Kontakt. Die Menschen in diesem Teil von Peru sprechen in den Familien Quechua und lernen Spanisch in der Schule.

Cusco & Salkantay Trek

Da wir in den letzten Wochen so viel unterwegs waren haben wir beschlossen in Peru nur den Titicacasee, Lima und Cusco bzw. den Machu Picchu zu besuchen. Cusco ist zwar eine sehr touristische aber angenehme Stadt in der wir zwei Tage verbringen, bevor wir die 4-Tageswanderung zum Machu Picchu beginnen.

Wir machen den Salkantay Trek mit einer Reisegruppe, sodass wir uns diesesmal nicht um Essen und Schlafplätze bzw. Zelt/ Schlafsäcke usw. kümmern müssen. Am ersten Tag laufen wir “nur” 7 Kilometer über den Humantay See. Die Strecke ist allerdings auf Grund der Höhe von 4250 Meter über dem Meeresspiegel eine Herausforderung und dient als Aklimatisierung für den Folgetag an dem wir den Salkantay Pass mit 4650 Metern überqueren. Obwohl wir uns bereits seit 3 Wochen auf über 3000 Höhenmeter befinden, muss ich immer wieder Pausen machen, da ich das Gefühl habe zu wenig Sauerstoff in meine Lungen zu bekommen (Simon fällt der Aufstieg leichter).

Da der zweite Tag der herausfordernste Wandertag wird liegen wir schon um 8 Uhr in unseren Schlafsäcken. Wir haben eine Glashütte mit Blick auf den Salkantay Berg für uns alleine bekommen. Am nächsten Tag werden wir um 4:30 Uhr mit einem Coca-Tee geweckt und um 6 Uhr laufen wir los. Die Coca-Blätter helfen gegen Symptome der Höhenkrankheit und werden in unterschiedlichster Form konsumiert (Tee, Blätter zum kauen, als Bonbons, …). Da ich sofort wieder kurzatmig bin fange ich an die Coca-Blätter zu kauen … und tatsächlich scheint es zu helfen. Nach nur 1,5 Stunden haben wir als Gruppe die 600 Höhenmeter bezwungen und erreichen den Salkantay Pass.

Im Unterschied zu Bolivien sind die Berge in Peru in dieser Höhenlage grün und es gibt viele Bäume und Blumen. Nachdem wir den Salkanty Pass überquert haben steigen wir in den “high jungle” also in den Regenwald ab. Zu unserer Freude wird es jetzt immer wärmer und wir machen die nächsten 1,5 Tage keine Höhenmeter mehr.

Am 3. Tag laufen wir an Kaffee- und Bananenplantagen vorbei und folgen am Schluss den Bahnschienen nach Aqua Calientes, dem Ausgangspunkt für den Besuch des Machu Picchu. Die Wanderung entlang der Gleise ist abenteuerlich. Teilweise müssen wir auf den Gleisen über Brücken laufen und wenn ein Zug kommt wird einfach rechtzeitig gehupt, sodass die Leute von den Gleisen gehen 😳. Langweilig wird uns dabei auf jeden Fall nicht. Vor allem weil wir schon einen ersten Eindruck von den hohen und steilen Bergen, auf denen der Machu Picchu gebaut wurde, bekommen.

Und dann ist es endlich soweit … wir laufen um 4:30 Uhr los zum Machu Picchu – unter Regen. Da der Machu Picchu zwischen den Anden und dem Regenwald liegt ist es in der Früh oft bewölkt und regnerisch. Am frühen Vormittag setzt sich die Sonne aber meist durch. Oben angekommen sehen wir erstmal -NICHTS. Unser Guide gibt uns einige Informationen und dann laufen wir auf den Machu Picchu Berg, den wir als Option dazugebucht haben. Ich drehe nach der Hälfte des Aufstiegs um, da der Weg so eng und ausgesetzt wird, dass ich es mit meiner Höhenangst nicht weiter schaffe. Simon geht weiter bis zum Gipfel und hat diese wundervolle Aussicht 😉

Als wir uns wieder treffen sind wir beide komplett durchnässt und enttäuscht, dass wir die Tempelanlage der Inkas nicht richtig sehen können. Wir suchen uns zusammen mit 3 Amerikanern aus unserer Gruppe einen regengeschützten Platz und warten ab ob sich der Nebel ggf. doch noch verzieht …

… und dann setzt sich die Sonne tatsächlich etwas durch und wir können nicht nur die Tempelanlage vom oben sehen, sondern auch die umliegenden Berge erahnen. Bei diesem Anblick versteht man sofort warum dieser Ort für die Inkas und auch die heutigen Einwohner heilig ist. Der Anblick des Machu Picchu fühlt sich für uns sehr besonders an und ist etwas was wir nicht mehr vergessen werden.

Wir laufen eine Stunde durch die Tempelanlage bevor wir uns glücklich wieder auf den Rückweg entlang der Bahngleise machen.

Was es sonst noch zu berichten gibt:

  • Die 4 Tage sind ein Crash-Kurs in amerikanischer Fast Food Kultur. In unserer Reisegruppe sind einige Amerikaner und es ist erstaunlich wie ähnlich und doch unterschiedlich wir (Europäer und Amerikaner) uns teilweise sind.
  • Wir lernen, dass WhatsApp in Amerika auf Grund der unklaren Verwendung der persönlichen Daten, immer weniger genutzt wird (zumindest laut unseren Reisepartnern).
  • Es war interessant zu erfahren wie sich diese Höhenlagen auf den Körper auswirken, wenn man sich sportlich betätigt.
  • Nach 2 Tagen ohne Zugang zu warmen, fließendem Wasser während einer Wanderung, gibt es (für mich) fast nichts schöneres als sich endlich duschen zu können 😉
  • Der Salkanty Trek ist für uns der krönende Abschluss vieler unterschiedlichster Wanderungen, die wir in den letzten Wochen und Monaten gemacht haben. Jetzt wollen wir weniger wandern und mehr Zeit am Meer verbinge

Als nächstes stehen die beiden Hauptstädte Lima und Bogota auf dem Program.

5 responses to “Peru in 2 Wochen”

  1. Vos deux semaines au Pérou ont été particulièrement pleines, riches encore de découvertes et d’émotions ! Comment faites-vous pour assimiler tout cela ?
    Oui, la mer vous permettra de vous poser une peu et peut-être intégrerez-vous tranquillement toutes ces expériences…
    Je vous embrasse.

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