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Chiapas – Mexiko

Nach einer Woche auf der Halbinsel Yucatan machen wir uns auf den Weg in den Bundesstaat Chiapas. Während der Kolonialzeit wurde Chiapas von Guatemala aus regiert, bevor es 1823 wieder Mexiko zugeordnet wurde. Unser erster Stopp ist Palenque, von wo aus wir die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Maya-Ruinenstätte Palenque, Bonampak und Yaxchilán besuchen wollen. Nach einer anstrengenden Nachtfahrt im Bus lassen wir es aber langsam angehen und nehmen auf Empfehlung einer Einheimischen ein collectivo zu Roberto Barrio – einem Fluß mit mehreren Kaskaden und natürlichen Becken zum Schwimmen. Eine wie sich herausstellt sehr gute Empfehlung. Wir verbingen den Tag entspannt am Fluss. Da wir immer noch im tropischen Klima sind, ist die Abkühlung mehr als willkommen.

Palenque ist im Vergleich zu den schönen Kolonialstädten in Yucatan, chaotischer und weniger offensichtlich touristisch – eher so wir wir uns Mexiko vorgestellt haben. Wir probieren uns zudem durch die verschiedenen Mangosorten und stellen fest, dass die Sorten, die wir in Deutschland nicht kennen, sehr viel süßer und geschmacksintensiver sind.

Am nächsten Tag starten wir schon um 5:30 Uhr, um Yaxchilán und Bonampak zu besuchen. Wir fahren erst 3 Stunden mit dem Bus entlang der mexikanischen guatemalischen Grenze und schließlich noch 30 km mit dem Boot, um die im Dschungel versteckte Mayastätte Yaxchilán zu erreichen. Die Anreise und die Lage im Dschungel verleihen Yaxchilán eine abenteuerliche und mysthische Atmosphäre.

Das Ganze wird durch die Geräuschkulisse perfekt abgerundet:

Und dann zeigen sich die Brüllaffen plötzlich und turnen neben einem Tempel in den Bäumen herum.

Weiter geht es nach Bonampak, welches für die gute erhaltenen, bunten Wandmalereien bekannt ist. Wir erfahren, dass diese Entdeckung so bedeutend ist, weil sie den Archäologen einen guten Einblick in die damalige Lebensweise und die Rituale der Mayas gibt.

Am nächsten Morgen geht es direkt weiter zur archäologischen Stätte von Palenque … da wir inzwischen sehr viele Mayaruinen gesehen haben und unsere Motivation etwas nachlässt, schlendern wir einfach über das Gelände. Insbesondere der große Palast und der Sonnentempel haben ihren Reiz und wir genießen die schöne Aussicht von einem hochgelegenen Platz.

Nur 5% der ehemaligen Gebäude wurden bis heute freigelegt. Der Rest liegt immer noch im Dschungel verborgen und kann wegen finanziellen Engpässen oder auf Grund von Einsturzgefahr nicht freigelegt werden.

Außerdem besuchen wir an diesem Tag noch den 35 Meter hohen Wasserfall Misol-Ha …

… und die stufenförmige Kaskade Agua Azul, die auf Grund der Regenfälle leider nicht blau sondern braun ist.

Palenque, Misol-Ha und Agua Azul haben wir als organisierten Tagesausflug gebucht, da der Transport nach San Cristobal de la Casa, unser nächstes Ziel, enthalten ist. Auf der Seite des Auswärtigen Amts steht, dass die Verbindungsstraße zwischen Palenque und San Cristobal vermieden werden soll, da sie durch Rebellengebiet führt. Die offiziellen Busse nehmen eine andere Route die 8 anstatt nur 4 Stunden dauert. Wir buchen die Tour trotzdem, da es mit einen Reiseveranstalter normalerweise machbar ist und wir einige Reisende getroffen haben, die diese Strecke auch gefahren sind. Die Busse versammeln sich abends, um dann gemeinsam los zu fahren. Während wir auf die Busse verteilt werden, stehen zwei Polizeiautos neben uns, was doch ein mulmiges Gefühl bei uns hervorruft. Während der Fahrt sehen wir immer wieder Polizisten am Straßenrand stehen, die anscheinend dafür sorgen sollen, dass alles reibungslos funktioniert. Letztlich kommen wir ohne Zwischenfällen an, aber die Erfahrung hat uns wieder die gefährliche Seite von Mexiko vor Augen geführt.

San Christobal liegt in den Bergen und lädt mit seinen kopfsteingepflasterten Straßen, netten Cafés und vielen Märkten zum Bummeln und Souvenir shoppen ein.

Wir verbringen dort zwei entspannte Tage und genießen v.a. das mit 23 Grad mildere Klima.

Außerdem fahren wir zum Cañon del Sumidero. Die Schlucht wurde traurigerweise dadurch bekannt, dass hunderte Frauen und Kinder vom indigenen Volk der Chiapas dort Massenselbstmord begingen, um der Versklavung durch die Spanier zu entgehen. Am höchsten Punkt geht es 1000 Meter in die Tiefe. Wir halten an einige Aussichtspunkte bevor wir mit einem Boot durch die Schlucht gefahren werden. Bis auf die dort ansäßigen Tiere erinnert uns der Anblick sehr an den Gorge du Verdon in Frankreich.

Was es sonst noch zu berichten gibt:

  • Chiapas ist bereits viel weniger touristisch als Yucatan und gefällt uns sehr gut.
  • Wenn andere Reisende in Mexiko von Überfällen berichten sind es oft so brutale Geschichten, dass wir anfangen vorsichtiger zu sein. In Kolumbien haben wir oft gehört, dass Handys oder Geld geklaut wurde. Die Berichte von Mexiko haben ein anderes Niveau.
  • Die Armut die wir in Chiapas sehen ist erschütternd. Kleine Kinder verkaufen Souvenirs oder ältere Menschen tanzen stundenlang für ein paar Pesos.
  • In San Cristobal zählen wir mindestens 7 französische Bäckereien. Neuer Rekord.
  • Zwei alleinreisende Niederländerinnen berichten uns, dass es nicht immer angenehm ist als blonde Frau in Mexiko zu reisen. Der Machismus lässt grüßen. Simon wird oft gefragt, ob ich seine Freundin bin. Da er es bisher immer bejaht hat werde ich freundlich behandelt.
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5 responses to “Chiapas – Mexiko”

  1. Ich habe Sehnsucht nach Reisen… Vielen Dank fûr die Photos!!! ❤

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    1. Gerne 🙂 und jetzt freuen wir uns sehr sur Europa. Bei euch blüht der Lavendel bestimmt gerade wunderschön

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  2. Que d’eau ! Que d’eau !
    Profitez bien ! Le compte à rebours est enclenché !
    Bisous !

    Liked by 1 person

    1. Oui c’est vrai 🙂 et on est très contient de rentrer bientôt. 5 moins c’était une bonne durée

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  3. Bei diesen Bildern bekomme ich richtige Tropensehnsucht 😊 Vielen Dank dafür!

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