• Oaxaca, Mexico City & León (Guanajuato)

    Wir nehmen erneut einen Nachtbus und kommen ausgelaugt in Oaxaca an. 9 Tage vor unserem Rückflug nach Europa fühlen wir uns zum ersten Mal so müde, dass wir den Tag in der Unterkunft verbringen und nur zum Lebensmittel einkaufen raus gehen. Zum Glück ist Oaxaca für sein Kunsthandwerk und die lokale Küche bekannt, d.h. wir verbringen unsere Tage damit auszuschlafen, Souvenirs zu shoppen und zu essen und trinken.

    Oaxaca ist auch für seine Schokolade bekannt. Wir probieren u.a. die traditionelle heiße Schokolade (die auch bei 30 Grad gerne getrunken wird), sowie die 7 Saucen (zum Teil auch auf Schokoladenbasis), die zu unterschiedlichsten Gerichten gegessen werden.

    Nach 3 ruhigen Tagen brechen wir nach Mexiko City auf, wo wir bei einer Freundin von Simon wohnen dürfen, die wir durch Zufall an den Igazu Wasserfällen getroffen haben. Am unserem ersten Tag in Mexiko City besuchen wir Teotihuacán, eine der bedeutensten prähistorischen Ruinenmetropolen Amerikas. Teotihuacán war von 100 bis 650 BC das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militärische Zentrum Mesoamerikas. Mit bis zu 200.000 Einwohnern war Teotihuacán zu seiner Zeit die mit Abstand größte Stadt auf dem amerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt. Als die Atzteken hunderte Jahre später die verlassene Stadt vorfanden sahen sie in ihr einen mystischen Ort und gaben ihr den Namen Teotihuacán, was so viel bedeutet wie “wo man zu einem Gott wird”. Bekannt ist Teotihuacán für die Sonnen- und Mondpyramide, die wir leider auf Grund von Covid-Maßnahmen nicht besteigen dürfen. Die Pyramiden sind aber auch vom Boden aus sehr beeindruckend.

    Über das Wochenende besuchen wir Guilhem (einen Freund von Simon) und seine Freundin Natalia in Leon im Bundesstaat Guanajuato. Durch Zufall haben wir erfahren, dass die beiden momentan in Mexiko leben und einen Besuch vereinbart. Als Expat leben die beiden in einer Zone, die vom Unternehmen als sicher eingestuft wird. Um zu ihrem Haus zu gelangen passiert man mehrere Kontrollen – eine sehr eindrückliche Erfahrung für uns. Wir verbringen ein sehr schönes Wochenende zusammen und freuen uns insbesondere, dass sie uns die Region zeigen sowie die mexikanische Kulinarik und Gebräuche näher bringen. Wir besuchen die nahegelegene Stadt Guanajuato, wo Natalia aufgewachsen ist, erfahren viel zur Geschichte und schlendern durch die Gassen und Handwerksgeschäfte.

    An unseren letzten Tagen in Mexiko City spazieren wir durch das historische Zentrums, …

    … staunen über die unglaubliche Größe der Stadt (22 Mio. Einwohner und damit die zweitgrößte Stadt Lateinamerikas nach São Paulo) und …

    … besichtigen das Haus der berühmten, mexikanischen Künstlerin Frida Khalo 😍.

    Was wir vermissen werden:

    • Die vielen unterschiedlichen Früchte und Fruchtsäfte.
    • Die (Vor-)Freude wenn man in einer neuen Region oder Stadt ankommt und diese erkunden darf.
    • Dass wir unsere Tage zu einem großen Teil draußen und in Bewegung verbringen.

    Worauf wir uns freuen:

    • Die eigene Wohnung und der Alltag zu Hause.
    • Kochen, backen, Hafermilch, gutes Brot, bayrische! Brezen, … 🙂
    • Den Sommer in Berlin.
    • EUROPA – auch wenn es vermutlich sehr viel nachdenklicher ist als vor unserer Reise.
    • Der mehr oder weniger funktionierende Sozialstaat in Deutschland.
    • Und am allermeisten natürlich auf unsere Freund*innen, Familie und Kolleg*innen.

    Wir kommen mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause und sind sehr glücklich, dass wir 5 Monate auf diesem abwechslungsreichen Kontinent verbringen durften. Wir haben von Patagonien bis zur Karibik die unterschiedlichsten Landschaften, Kulturen und Lebensweisen erleben dürfen und dabei vieles gelernt. Einiges davon können wir hoffentlich in unseren Alltag integrieren. Wir hoffen unser Blog hat euch Freude beim Lesen bereitet, die ein oder andere Reiseinspiration gegeben und euch an unserer Reise teilhaben lassen.

    Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren und bis bald 🙂 Verena & Simon

  • Chiapas – Mexiko

    Nach einer Woche auf der Halbinsel Yucatan machen wir uns auf den Weg in den Bundesstaat Chiapas. Während der Kolonialzeit wurde Chiapas von Guatemala aus regiert, bevor es 1823 wieder Mexiko zugeordnet wurde. Unser erster Stopp ist Palenque, von wo aus wir die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Maya-Ruinenstätte Palenque, Bonampak und Yaxchilán besuchen wollen. Nach einer anstrengenden Nachtfahrt im Bus lassen wir es aber langsam angehen und nehmen auf Empfehlung einer Einheimischen ein collectivo zu Roberto Barrio – einem Fluß mit mehreren Kaskaden und natürlichen Becken zum Schwimmen. Eine wie sich herausstellt sehr gute Empfehlung. Wir verbingen den Tag entspannt am Fluss. Da wir immer noch im tropischen Klima sind, ist die Abkühlung mehr als willkommen.

    Palenque ist im Vergleich zu den schönen Kolonialstädten in Yucatan, chaotischer und weniger offensichtlich touristisch – eher so wir wir uns Mexiko vorgestellt haben. Wir probieren uns zudem durch die verschiedenen Mangosorten und stellen fest, dass die Sorten, die wir in Deutschland nicht kennen, sehr viel süßer und geschmacksintensiver sind.

    Am nächsten Tag starten wir schon um 5:30 Uhr, um Yaxchilán und Bonampak zu besuchen. Wir fahren erst 3 Stunden mit dem Bus entlang der mexikanischen guatemalischen Grenze und schließlich noch 30 km mit dem Boot, um die im Dschungel versteckte Mayastätte Yaxchilán zu erreichen. Die Anreise und die Lage im Dschungel verleihen Yaxchilán eine abenteuerliche und mysthische Atmosphäre.

    Das Ganze wird durch die Geräuschkulisse perfekt abgerundet:

    Und dann zeigen sich die Brüllaffen plötzlich und turnen neben einem Tempel in den Bäumen herum.

    Weiter geht es nach Bonampak, welches für die gute erhaltenen, bunten Wandmalereien bekannt ist. Wir erfahren, dass diese Entdeckung so bedeutend ist, weil sie den Archäologen einen guten Einblick in die damalige Lebensweise und die Rituale der Mayas gibt.

    Am nächsten Morgen geht es direkt weiter zur archäologischen Stätte von Palenque … da wir inzwischen sehr viele Mayaruinen gesehen haben und unsere Motivation etwas nachlässt, schlendern wir einfach über das Gelände. Insbesondere der große Palast und der Sonnentempel haben ihren Reiz und wir genießen die schöne Aussicht von einem hochgelegenen Platz.

    Nur 5% der ehemaligen Gebäude wurden bis heute freigelegt. Der Rest liegt immer noch im Dschungel verborgen und kann wegen finanziellen Engpässen oder auf Grund von Einsturzgefahr nicht freigelegt werden.

    Außerdem besuchen wir an diesem Tag noch den 35 Meter hohen Wasserfall Misol-Ha …

    … und die stufenförmige Kaskade Agua Azul, die auf Grund der Regenfälle leider nicht blau sondern braun ist.

    Palenque, Misol-Ha und Agua Azul haben wir als organisierten Tagesausflug gebucht, da der Transport nach San Cristobal de la Casa, unser nächstes Ziel, enthalten ist. Auf der Seite des Auswärtigen Amts steht, dass die Verbindungsstraße zwischen Palenque und San Cristobal vermieden werden soll, da sie durch Rebellengebiet führt. Die offiziellen Busse nehmen eine andere Route die 8 anstatt nur 4 Stunden dauert. Wir buchen die Tour trotzdem, da es mit einen Reiseveranstalter normalerweise machbar ist und wir einige Reisende getroffen haben, die diese Strecke auch gefahren sind. Die Busse versammeln sich abends, um dann gemeinsam los zu fahren. Während wir auf die Busse verteilt werden, stehen zwei Polizeiautos neben uns, was doch ein mulmiges Gefühl bei uns hervorruft. Während der Fahrt sehen wir immer wieder Polizisten am Straßenrand stehen, die anscheinend dafür sorgen sollen, dass alles reibungslos funktioniert. Letztlich kommen wir ohne Zwischenfällen an, aber die Erfahrung hat uns wieder die gefährliche Seite von Mexiko vor Augen geführt.

    San Christobal liegt in den Bergen und lädt mit seinen kopfsteingepflasterten Straßen, netten Cafés und vielen Märkten zum Bummeln und Souvenir shoppen ein.

    Wir verbringen dort zwei entspannte Tage und genießen v.a. das mit 23 Grad mildere Klima.

    Außerdem fahren wir zum Cañon del Sumidero. Die Schlucht wurde traurigerweise dadurch bekannt, dass hunderte Frauen und Kinder vom indigenen Volk der Chiapas dort Massenselbstmord begingen, um der Versklavung durch die Spanier zu entgehen. Am höchsten Punkt geht es 1000 Meter in die Tiefe. Wir halten an einige Aussichtspunkte bevor wir mit einem Boot durch die Schlucht gefahren werden. Bis auf die dort ansäßigen Tiere erinnert uns der Anblick sehr an den Gorge du Verdon in Frankreich.

    Was es sonst noch zu berichten gibt:

    • Chiapas ist bereits viel weniger touristisch als Yucatan und gefällt uns sehr gut.
    • Wenn andere Reisende in Mexiko von Überfällen berichten sind es oft so brutale Geschichten, dass wir anfangen vorsichtiger zu sein. In Kolumbien haben wir oft gehört, dass Handys oder Geld geklaut wurde. Die Berichte von Mexiko haben ein anderes Niveau.
    • Die Armut die wir in Chiapas sehen ist erschütternd. Kleine Kinder verkaufen Souvenirs oder ältere Menschen tanzen stundenlang für ein paar Pesos.
    • In San Cristobal zählen wir mindestens 7 französische Bäckereien. Neuer Rekord.
    • Zwei alleinreisende Niederländerinnen berichten uns, dass es nicht immer angenehm ist als blonde Frau in Mexiko zu reisen. Der Machismus lässt grüßen. Simon wird oft gefragt, ob ich seine Freundin bin. Da er es bisher immer bejaht hat werde ich freundlich behandelt.
  • Mexique – Péninsules de Quintana Roo et du Yucatán

    Nous atterrissons à Cancun un dimanche matin. Pour bien commencer le séjour, je suis tiré au sort au passage de la douane pour une fouille de bagages et me fait réquisitionner les bananes colombiennes destinées à être notre petit déjeuner 😆, eh oui ce fameux risque d’importer des parasites, nous n’y avions pas pensé.

    Prêts à faire la fête et à profiter à fond du Spring Break [ironie] nous filons tout droit sur Akmal, un petit village dans la région du Quintana Roo au bord de la mer des Caraïbes. La chaleur et l’humidité étants ici à nouveau au rendez-vous nous planifions des baignades quotidiennes.

    Premier après-midi, baignades dans la lagune Yal Kú, l’eau y est turquoise et très chaude. Pour y accéder il a fallu chercher un petit peu, car de la route avoisinante, les propriétés privées (maisons luxurieuses et hôtels) s’enchaînent sans discontinuité, seuls deux-trois passages permettent l’accès au rivage. Une fois au niveau de la lagune, seul une partie reste publique, l’autre donne lieu à des frais d’entrée et impose le port d’un gilet de sauvetage. Eh oui, dans cette région prisée par les touristes (en grande partie américains 🇺🇸) il faut payer presque pour tout! Dans cette lagune donc, j’y aperçois une première tortue de mer, nage à côté d’elle et l’observe dans sa paisible lenteur nager au fond pour y « picorer » du plancton et remonter à la surface régulièrement pour respirer. Souvent, un poisson accroché à leur nombril suit le moindre de leur mouvements.

    Nous ne sommes pas là pour le farniente alors dès le lendemain nous nous mettons en quête des restes de la civilisation Maya et visitons les belles ruines de Tulum en bord de mer. Les iguanes 🦎 rajoutent un côté mystique au décor. Non loin de là, la plage Paraiso, réputée pour être une des plus belles plages du Mexique est malheureusement couverte de sargasses et n’appelle pas à la baignade.

    L’après-midi nous prenons un collectivo (sorte de Minibus-Taxi) pour aller nous baigner dans un premier cénote. Très ouvert pour un cénote, joli mais un peu bondé. En effet après les délices du voyage en Colombie 🇨🇴 où nous étions très tranquilles la plus part du temps, nous nous retrouvons en terrain touristique et ça se ressent !

    Nous apprenons qu’il est possible d’aller nager avec des requin-baleines depuis Cancún et nous y dirigeons pour cette raison. Aller au passage nous allons sur quelques plages bordées d’hôtels quoique sympathiques tout de même, heureusement les fêtards ne sont pas là, ce n’est pas l’époque.

    Gros raté! Nous prenons un bateau à 8h au petit matins (ça se sent qu’on ne travaille plus depuis 4 mois hein?!) pour un retour à 16h. Cette sortie ne nous a pas loupé. Nous qui n’avons pas le mal de mer habituellement nous faisons bien avoir cette fois-ci par une forte houle. D’ailleurs un bon tiers de l’équipage y rendra tripes et boyaux par dessus bord. Pour couronner le tout, nous n’avons aperçu aucun requin-balleine, soit-disant ils nagent vers le fond quand les vagues sont fortes. Verena et moi sommes un peu en colère, d’une part parce que les conditions météorologiques étaient à prévisibles et l’excursion a tout de même eu lieu au détriment de la santé des passagers et d’autre part car nous avons eu le sentiment d’avoir été arnaqué en ayant fait de loin l’attraction la plus onéreuse de notre congé sabbatique pour être malade et ne rien voir.

    Nous changeons d’état et nous rendons à Valladolid dans le Yucatán. Très jolie petite ville colorée et aux allures coloniales.

    Dans les environ se trouvent beaucoup de cénotes et nous en visitons quelques uns s’apparentant plus à de grandes caves souterraines remplies d’eaux cristallines se teintant d’un bleu profond lorsque la lumière les traverses, et presque turquoise en remontant vers la surface.

    Dans le coin se trouve la deuxième merveille du monde moderne de notre voyage, l’ancienne cité Maya de Chichén Itzá.

    Après une visite bien chaude rien de mieux que d’aller se rafraîchir dans un cénote environnant à nouveau.

    Pour finir notre tour dans le Yucatán nous logeons à Mérida, son chef-lieu et effectuons de là une sortie à Progreso pour sa grande plage le long du Malecon et une autre pour se rendre sur le site archéologique de Uxmal.

    Conclusion pour cette partie du Mexique :

    Sans aucun doute cette région du monde est magnifique avec ses plages de rêve et ses Cénotes cristallines. Cependant nous avons le sentiment, en tant que touristes, d’être plutôt pris pour un billet de dollar ambulant, ce qui nous laisse malheureusement souvent un goût amer lors de nos rencontres et aventures.

    Notes complémentaires :

    • A Merida des excursions à la plage sont proposées à 25 Dollars alors que le bus local pour la même destination coûte 1,25€.
    • Un pain au chocolat est vendu ici à 2,5€
    • Il y fait tellement chaud que nous dormons avec la Clim sur 25°C et cela nous parait agréablement froid
    • Nous rencontrons très régulièrement des iguanes, des fois faisant jusqu’à plus d’un mètre de longueur. Il nous est arrivé une fois de nous en sentir menacé. Normalement ils reculent et s’éloignent lorsque l’on s’approche d’eux, mais cette fois-ci ça n’a pas fonctionné. Nous avions des bananes dans le sac en toile à côté duquel nous étions assis. L’iguane grimpant sur le banc et commençant à saisir le sac de manière violante dans sa gueule, Verena et moi nous reculons brusquement. L’iguane parvient à en sortir une banane et s’éloigne. Nous l’observons d’un air de dégoût l’écrabouiller avec sa grande gueule pour en faire sortir le fruit de sa peau et l’avaler.
  • Medellin & Guatapé

    Nach einer erneuten langen Busfahrt (auf Grund von Baustellen verlängert sich die Fahrt von 4,5 auf 8 Stunden) kommen wir nachts in Medellin an. Wir starten den ersten Tag damit das Viertel Laureles, in dem unsere Unterkunft ist, zu erkunden. Unser erster Eindruck ist, dass es sehr grün und was die Geschäfte und Häuser betrifft fast europäisch ist. Für den Nachmittag haben wir eine Tour durch die Communa 13 gebucht, dass Viertel, welches durch die gewaltvollen Auseinandersetzungen zwischen den Drogenbanden, der Polizei und Guerilla- bzw paramilitärische Gruppen bekannt wurde. Für einige Zeit war die Communa 13 angeblich der gefährlichste Ort der Welt. Heute kann man das Viertel – zumindest unter Tags – problemlos besuchen, u.a. deshalb weil der Tourismus für viele Einheimische die Haupteinnahmequelle geworden ist. Die Geschichte rund um den dortigen Drogenhandel und die sogenannten Friedensmissionen ist sehr komplex. Wir beschränken uns darauf zu berichten wie das Viertel auf uns gewirkt hat inkl. einiger Informationen, die wir als sehr einprägsam empfunden haben.

    • Als der Drogenhandel in Medellin florierte, war die Communa 13 in Bereiche eingeteilt, die von den unterschiedlichen Kartellen beherrscht wurden. Hat man unwissentlich den Bereich gewechselt wurde man erschossen. Da es sich um unsichtbare und immer wieder veränderbare Grenzen handelte war es für die Einwohner fast unmöglich zu wissen wann sie den Bereich wechseln.
    • Ein Versuch der Regierung den Drogenhandel zu bekämpfen resultierte in den sogenannten “false-positiv”. Pro getöteter oder verhaftet Person, die einer Tätigkeit im Drogenhandel überführt wurde, hat die Regierung 400 Dollar bezahlt. Das hat dazu geführt, dass viele Unschuldige verhaftet und häufig erschossen wurden, um der Regierung hohe Zahlen zu präsentieren und damit viel Geld zu verdienen.
    • Das Viertel ist sehr bunt mit viel Graffiti, überall ist Musik und man kann an jeder Ecke einen Cocktail trinken. Ein Kontrast zu der Vergangenheit des Viertels.
    • Der Name und/oder das Gesicht des Drogenbarons Pablo Escobar ist allgegenwärtig.

    Wir besuchen auch ein Museum über die Geschichte Medellins und kommen immer mehr zu der Erkenntnis, dass dieser Hype und Tourismus rund um Pablo Escobar nicht angemessen, wenn nicht sogar respektlos ist. Die Einwohner Medellins haben sehr unter ihm gelitten und suchen teilweise ihre vermissten Familienmitglieder heute noch. Wir wundern uns warum wir immer wieder gefragt werden weshalb wir Medellin besuchen. Sonst wollte man eher von uns wissen was die Gründe für unsere Reise in Kolumbien sind. Ein Taxifahrer erzählt uns, dass es Touristen gibt, die nur nach Medellin kommen, um alles über Pablo Escobar zu erfahren. Eine Entwicklung die von den Einwohnern eher kritisch betrachtet wird und uns in unserer Einschätzung bestätigt.

    Weitere visuelle Eindrücke von Medellin:

    Wir machen auch einen Tagesausflug nach Guatapé, welches für seine bunten Fassaden und die Malereien bekannt ist. Guatapé liegt an einem künstlichen Seengebiet und ist ein beliebtes Wochenendziel für die eher reicheren Einwohner von Medellin.

    Als es Nachmittags aufklart, nehmen wir den Aufstieg zum nahegelegenen Piedra del Peñol in Angriff.

    Oben haben wir diese wunderschöne Aussicht (trotz meiner Höhenangst schaffe ich es mit Simons Unterstützung nach oben😮‍💨):

    Medellin und Guatapé sind unsere letzten Etappen in Kolumbien. Wir verlassen das Land schweren Herzens und hoffen, dass wir irgendwann zurückkehren können. Die Freundlichkeit der Menschen, die Vielfalt der Landschaften und das entspannte Lebensgefühl haben uns sehr begeistert. Die “Leichtigkeit des Reisens”, die uns in Brasilien so gefallen hat, haben wir hier wieder gefunden. Wir hatten so viele Reisende getroffen, die uns von Kolumbien vorgeschwärmt haben. Obwohl wir “nur” die karibische Küste und die Kaffeeregion besucht haben, können wir das nachvollziehen und Kolumbien als Reiseland empfehlen. Wir hoffen dass es seine Authentizität erhalten kann und nicht wie manch andere Reiseziele endet (wir schreiben den Artikel in Yucatan/ Mexiko, dass für uns leider genau diesen Massentourismus par Exzellenz verkörpert).

    Was es sonst noch zu berichten gibt:

    • Unsere Wanderschuhe schaffen es nicht mehr bis nach Mexiko. Wir lassen sie in Medellin zurück, da sie leider kaputt sind nach den 4 Monaten.
    • Wir prellen die Zeche in Guatapé!!! 😬 Ungewollt natürlich und wir kommen nach einigen Stunden zurück um zu bezahlen.
  • Kaffeedreieck / Eje Cafetero

    Das Kaffeedreieck – Triángulo del Café / Eje Cafetero – ist eine von Kaffeeplantagen durchzogene hügelige, immergrüne Landschaft im Zentrum der kolumbianischen Anden. Der Name Kaffeedreieck bezieht sich auf die drei Departamentos aus denen es sich zusammensetzt. Seit 2011 ist diese Region UNESCO Weltkulturerbe und stand daher neben dem Besuch einer Kaffee Hacienda sehr weit oben auf unserer Wunschliste für Kolumbien.

    Unser erster Ausgangspunkt ist Filandia, ein kleines Dorf, dass – ebenso wie die bekannte Nachbarstadt Salento – mit wunderschön gestrichenen und farbenfrohen Gebäuden aufwarten kann. Wir verbringen den ersten Tag in Filandia damit durch das Dorf zu schlendern, Kaffee zu trinken, die umliegende Landschaft von einigen Aussichtspunkten zu bewundern und viele Bilder von den bunten Häusern zu machen.

    Am nächsten Tag nehmen wir einen Jeep nach Salento, um von dort aus das bekannte Cocora Valley zu besuchen. Damit sich die Fahrt für die Fahrer auch lohnt, quetschen sich 6 Leute auf die Rückbank und 4 weitere Personen müssen auf der Einstiegstreppe für die hinteren Sitzplätze stehen und sich am Dach des Jepps festhalten 🤔 auch bei Regen … wir haben Glück und bekommen einen Platz auf der Rückbank.

    In Kolumbiens Cocora Valley sind die größten Wachspalmen der Welt beheimatet. Sie können bis zu 60 Meter hoch werden und sind ein Wahrzeichen Kolumbiens. Wir starten unsere Wanderung in der hochgelegenen Kaffeezone (1000 – 2500 Höhenmeter) indem wir unter den beeindruckenden Wachspalmen entlang wandern.

    Als wir an einem kleinen Häuschen mit vielen Blumen vorbei laufen, sehen wir die ersten Kolibris. Und diesesmal schaffen wir es sie zu fotografieren.

    Davon ermutigt, entscheiden wir uns den kleinen Umweg bis zu einem Kolibri-Haus zu laufen. Leider haben wir ein Problem mit unserem Objektiv, sodass viele Fotos nicht ganz scharf sind. Da wir aber so begeistert von den schönen Vögeln sind, teilen wir hier trotzdem einige der Bilder 🙂

    Auf dem Rückweg laufen wir durch dschungelartige Wälder  …

    … immer entlang des Río San José Flusses. Dabei queren wir auch einige mehr oder wenige stabil wirkende Holzbrücken.

    Bevor wir uns auf den Rückweg nach Filandia machen, stoppen wir in Salento. Die Stadt ist ebenfalls berühmt für ihre bunten Häuser im Kolonialstil, aber wesentlich touristischer und größer als Filandia. Wir sind zufrieden mit unserer Entscheidungen nicht in Salento zu übernachten.

    Wir machen uns rechtzeitig auf den Rückweg, da Kolumbien an diesem Sonntag einen neuen Präsidenten wählt und es je nach Ausgang zu Unruhen kommen kann (weshalb wir auch darauf geachtet haben zu dieser Zeit nicht in einer Großstadt zu sein). Da es keinen klaren Wahlsieger gibt, bleibt alles ruhig und die Entscheidung wurde bis zur Stichwahl zwischen den beiden stärksten Kandidaten am 19. Juni vertagt.

    Außerdem verbringen wir zwei Tage auf einer Kaffee-Farm. Kolumbien ist nach Brasilien und Vietnam der drittgrößte Kaffee-Exporteur der Welt. Es werden fast ausschließlich Arabica-Bohnen angebaut. Eine Besonderheit im Kaffeedreieck ist, dass auf Grund der vorteilhaften klimatischen Bedingungen der Kaffee zwei Mal im Jahr geerntet werden kann.

    In der Früh werden an einigen Stellen Früchte verteilt, um die Vögel zu füttern und wir können unserer neuen Leidenschaft nachkommen 🙃.

    Außerdem bekommen wir eine Führung durch die Kaffee-Plantage, inkl. Erklärung des Prozesses vom Anbau der Pflanzen bis zur Röstung der Kaffeebohnen. Jorge, der Besitzer der Farm, bereitet uns Kaffee auf 5 unterschiedlichen Arten zu und erklärt uns wie wir diese zu Hause mit unserer Maschine ebenfalls kochen können.

    Auf Grund der Mischung an schönen Städten, der üppigen Natur, sehr gutem Kaffee und der Vielfalt an Tieren können wir die Begeisterung für die Kaffeeregion nachvollziehen und sind froh, dass wir hier einige Tage verbringen konnten. Für uns geht es nun weiter nach Medellin.

    Was es sonst noch zu berichten gibt:

    • Wir machen auch eine Wanderung im Barbas Bremen Nationalpark, der für die dort lebenden Brüllaffen bekannt ist. Wie haben leider kein Glück und bekommen die Affen nicht zu sehen. Immerhin hören wir sie aber in der Ferne brüllen.
    • Mein Kaffeekonsum hat sich von ca. 3-5 Tassen in der Woche auf 2 Tassen am Tag erhöht.
    • Der Gedanke hinter unserem Blog ist Familie, Freunde und Arbeitskollegen auf diesem Weg an unserem Sabbatical teilhaben zu lassen, d.h. wir berichten hauptsächlich über die schönen Dinge die wir erleben. Natürlich gibt es aber auch Tage an denen vieles nicht so läuft wie wir uns es vorgestellt haben oder wir für Erledigungen, die wir in Berlin in 30 Minuten machen, einen halben Tag brauchen (und auch dann haben wir meistens nicht alles geschafft). Wir wissen wie glücklich wir uns schätzen können diese Reise machen zu können (und wir sind auch sehr dankbar für die Möglichkeiten, die wir haben). Nichtsdestotrotz wollen wir an dieser Stelle erwähnen, dass nicht immer alles rosarot und Sonnenschein ist.
  • Karibische Küste (3/3): Cartagena & Isla Tintipan

    Nach 1,5 Wochen in der Gegend von Santa Marta nehmen wir wieder einen Bus nach Cartagena. Wir hatten bereits gelesen, dass der Verkehr und die Straßenverhältnisse in Kolumbien oftmals zu längeren Fahrzeiten führen als angegeben. Und so wird aus unserer 6- eine 9-stündige Busfahrt. Da der Bus klimatisiert ist, können wir Schlaf nachholen (bei den hohen Temperaturen waren wir immer schon gegen 6 Uhr wach und haben auch nicht so gut geschlafen) und kommen immerhin ausgeschlafen in Cartagena an 🙂

    Wir nehmen am nächsten Morgen ein Boot auf die Insel Tintipan, die zum San-Bernardo Archipel gehört und größtenteils aus Mangroven besteht. Die Inseln des Archipels sind noch nicht so bekannt bei Reisenden wie viele andere kolumbianische Inseln in der Karibik (z.B. das abschreckende Beispiel San Andrés). Die Fahrt von Cartagena dauert nur 2 Stunden. Wir nähern uns über das offene Meer und sehen immer wieder weiße Sandstrände, die mit Kokospalmen gesäumt sind. Wir freuen uns sehr die nächsten zwei Tage in dieser Kulisse verbringen zu dürfen.

    Am Abend haben wir eine Plankton-Tour gebucht. Wir fahren um 19 Uhr los und stoppen mitten in einem Mangrovenwald, von wo aus wir ins dunkle Wasser springen sollen. Simon springt direkt nach dem Guide ins Wasser während ich eher unschlüssig auf dem Boot stehe und mich frage, ob ich tatsächlich nachts hier ins Meer springen soll (in meiner Vorstellung leben in Mangroven auch Schlangen, denen ich ungern begegnen möchte). Schließlich denke ich mir, dass den Ausflug jeden Abend einige Touristen machen und man das kaum anbieten würde, wenn es gefährlich ist und springe hinterher. Zuerst fühle ich mich etwas unwohl im Wasser, vorallem weil wir weiter in den Mangrovenwald schwimmen, aber nach ein paar Minuten kann man sich dem magischen Anblick nicht mehr entziehen. Das Plankton leuchtet weiß, wenn wir uns bewegen, wie tausend kleine Lichtblitze, die um uns herum tanzen. Der Anblick des Sternenhimmels, das warme Wasser und die Mangroven, die sich als Schatten gegen den Nachthimmel abheben, machen das Erlebnis faszinierend und surreal zugleich.

    Den nächsten Tag starten wir mit einer Schnorcheltour …

    … und verbringen den Rest des Tages auf der Insel Múrcura an Traumstränden, die wir fast für uns alleine haben.

    Nach zwei sehr erholsamen Tagen fahren wir zurück nach Cartagena. Wir erkunden die Altstadt mit den Kopfsteinpflasterstraßen und den bunten Kolonialhäusern, deren Anblick gute Laune macht. Zwischendurch bummeln wir immer wieder durch die klimatisierten Geschäfte, um ab und an der Hitze zu entkommen. Mit erfreulichem Ausgang: es gibt zwei neue Bikinis für mich 🙂

    Die karibische Küste Kolumbiens war genau das Kontrastprogramm, dass wir nach den vielen Wanderungen gebraucht haben und unsere hohen Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die Mischung aus Traumstränden, Wellen zum Surfen, Kolonialstädten, Entspannung in der tropischen Umgebung und die vielen exotischen Früchte haben uns vollauf begeistert und wir können die Karibikküste Kolumbiens als Reiseziel uneingeschränkt empfehlen.

    Der Abschied fällt uns vorerst nicht schwer, da wir in Mexiko nochmal Zeit in der Karibik verbringen wollen. Außerdem freuen wir uns sehr auf unseren nächsten Stopp: das kolumbianische Kaffeedreieck!

    Was es sonst noch zu berichten gibt:

    • Wir werden oft gefragt woher wir kommen und die Rekationen sind sehr häufig dieselben. Die Antwort Allemania geht unter, da bei Francia meist Lobeshymnen und Begeisterungsstürme folgen …
    • Gedanklich setzen wir uns langam mit dem näherrückenden Ende unseres Sabbaticals auseinander. Während es nach 2,5 – 3 Monaten Reise noch ein sehr erschreckender Gedanke war, merken wir nun, dass wir uns wieder auf zu Hause freuen. Zum Glück liegen aber immer noch 4 Reisewochen vor uns, die wir in vollen Zügen genießen wollen 😉
  • Karibische Küste (2/3): YAY & Palomino

    Da wir in der Nebensaison reisen sind die Unterkünfte in der Region eher günstig. Wir buchen für 4 Nächte das YAY Sustainable Resort und hoffen dass das Sustainable nicht nur im Namen steht um Touristen anzuziehen- zumal die Nacht inkl Frühstück nur 30 Euro für uns beide kostet. Eigentlich zu schön um wahr zu sein.

    Als wir ankommen können wir es kaum glauben. Die Häuser sind aus Holz und Bambus gebaut und fügen sich perfekt in die Natur ein. Es gibt keine Plastik-Verpackungen und das benutzte Wasser wird in einem Teich wieder aufgearbeitet und verwendet (es gibt Trocken-Toiletten, damit das Konzept aufgehen kann). Alles ist so schön umgesetzt, dass wir das Gefühl haben in den Flitterwochen gelandet zu sein.

    Außerdem gibt es eine Hütte, um Yoga zu machen, die direkt vor dem Fluss ist. Wir buchen eine Stunde und machen ansonsten selbst Yoga in der Früh. In der Schlussentspannung höre ich laute Geräusche und denke das es ein großes Tier sein muss. Als ich nachschaue sind es mindestens 5 Kolibris, die das Geräusch mit ihren Flügeln machen.  Die Flora und Fauna vor Ort ist sehr beeindruckend und wir machen viele Bilder (oder eher Simon der stundenlang auf der Suche nach den Kolibris ist, um ein gutes Foto zu machen).